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Parkett aus Bambus ein neuer Trend

Seit einigen Jahren wird Bambusparkett als neuer trendiger Bodenbelag angeboten.Bambus besteht zu 25% aus dem Holzstoff Lignin und zu 70% aus Zellulose, trotzdem wird Bambus von den Botanikern zu den Gräsern gezählt. In Asien wird Bambus traditionell seit Jahrtausenden in nahezu allen Lebensbereichen verwendet.
Bambus zeichnet sich durch schnelles Wachstum aus. An einem Tag wächst die für Parkettböden verwendete Bambusart Phyllostachus Pubescens ganze 30 cm. Nachdem der Stamm ausgewachsen ist, beginnt er zu verholzen. Die vollständige Verholzung ist nach etwa 4-5 Jahren erreicht. Von den Bambusstämmen werden jedoch nur die gerade gewachsenen Mittelstücke der Halme verwendet.
Die Vorteile von Bambus liegen in der hohen Oberflächenhärte von 4,5 kp/mm² und einem signifikanten Abriebwiderstand. Andere Holzarten wie Eiche, Ahorn, Esche oder Buche erreichen lediglich eine Oberflächenhärte von 4,0 kp/mm². Zudem bietet Bambus eine sehr dichte Zellstruktur. Bambusparkett ist formbeständig und weist nur minimale Quell- bzw. Schwindmaße auf. Trotz der dichten Zellstruktur zeichnet sich Bambus durch ein geringes Gewicht, eine hohe Belastbarkeit und Elastizität aus. Die ausgezeichneten Materialeigenschaften des Bambus ermöglichen eine gute Verarbeitungsfähigkeit.
Bambusparkett wird wie andere Parkettböden auch durch vollflächige Verklebung, schwimmend oder auf einer Holzunterkonstruktion verlegt. Vor der Verlegung sollten die Bambusdielen zur Akklimatisierung 2 Tage im verschlossenen Paket im Haus flach gelagert werden. Die Oberfläche wird nach der Verlegung versiegelt, gewachst oder geölt. Bambusparkett ist sehr resistent gegenüber Feuer oder Chemikalien. Eine Verlegung über einer Warmwasser-Fußbodenheizung im Haus ist ohne Probleme möglich.
Für Bambusparkett wird eine Luftfeuchte von ca. 55 – 65% und eine Raumtemperatur von 19-21°C empfohlen. Bei direkter Sonneneinstrahlung kann es zum Ausbleichen und zu Farbveränderungen des Bambusparketts kommen. Aus diesem Grund sollte nach der Verlegung ein UV-gehärteter Acryllack aufgetragen werden. Bei erheblichen Temperaturschwankungen im Haus kann es wie bei anderen Naturprodukten auch zu Fugenbildung oder Verwerfungen kommen.
Für die Reinigung von Parkettböden aus Bambus dürfen keine aggressiven und lösungsmittelhaltigen Reinigern verwendet werden. Direkt nach der Verlegung sollte ein hauchdünner Wachsfilm zum Schutz des Parkettbodens aufgebracht werden. Die ersten 2 Wochen darf das neue Parkett nur trocken gereinigt werden. Danach kann zur regelmäßigen Reinigung etwas Bodenmilch in das Wischwasser gegeben werden. Damit wird das Parkett gleichzeitig gereinigt und gepflegt. Das Wischen sollte nur mäßig feucht erfolgen, um ein Aufquellen des Parketts zu vermeiden. Vor dem Wischen ist der Parkettboden stets trocken vorzureinigen, da Sand und Staub wie Schleifpapier auf der Parkettoberfläche wirken.
Bambusparkett hat eine eigene charakteristische Maserung. Es ist fußwarm und schafft ein behagliches Raumklima im Haus. Bambus gehört mit einem Preis von ca. 70-90 Euro/m² zum höherpreisigen Segment der Parkettböden. Da die Oberfläche des Bambusparketts sehr hart ist und kaum zum Schwund oder zum Quellen neigt, muss es nicht so oft abgeschliffen und neu versiegelt werden wie Parkett aus anderen Harthölzern. Dies bedeutet eine erhebliche Kosteneinsparung gegenüber herkömmlichen Hölzern.

Autor: 
Michaela Schmidt